8. Adressierung in Computernetzwerken
8.1. Wozu
Adressierung?
Der Sinn einer Vernetzung von Computern ist der
Austausch von
Informationen zwischen den einzelnen Netzwerkknoten, egal ob es sich
um ein kleines lokales Netz oder um das weltumspannende Internet
handelt. Informationen können nur dann ihr Ziel erreichen,
wenn
jeder Netzwerkknoten im Computernetz eine eindeutige
Bezeichnung, d. h., eine Adresse trägt, die ihn zweifelsfrei
identifiziert. Sinnvoll ist hierbei eine Adressierung, die nicht nur
eindeutig ist, sondern auch möglichst weltweit nach den
gleichen
Regeln durchgeführt wird.
Die Adressierung nach dem Internet Protocol (IP) ist die
verbreitetste Adressierungsart überhaupt und relevant
für
das kleinste lokale Computernetz bis hin zum größten
Netz
der Erde – dem Internet. Die IP-Adresse besteht aus einer
32-Bit-Zahl (= 4 Byte), die computerintern als Bitmuster (also im
Dualsystem) abgespeichert ist. Zur besseren Lesbarkeit wird jedes
Byte dezimal dargestellt und durch Punkte getrennt.
Beispiel:
Das
Adress-Bitmuster 11000000-10101000-00000001-00001111
hat die
Punktdarstellung 192.168.1.15
8.2. DNS (Domain Name Service / Domain Name System)
Die IP-Adresse ist der numerische Identifikator einer
Domain im
Internet. Namen im Klartext (Namen von Domänen) sind leichter
zu
merken als IP-Adressen. Da sich die Adressierung im Internet auf
IP-Adressen stützt, müssen die Domain-Namen in
IP-Adressen
aufgelöst werden.
Eine Lösung für die Zuordnung von
Host-Namen zu
IP-Adressen brachte das DNS (Domain Name System oder Domain Name
Service). Im Internet sorgen sog. Name Server
für die
Konvertierung der Klartext-Namen in IP-Adressen.
Prinzipiell ist ein Domain-Name folgendermaßen
aufgebaut:
-
|
www.
|
antinet
|
.de
|
|
Rechnername
|
Domain
|
Top-Level-Domain
|
Grundvoraussetzung für alle Adressen (sowohl
IP-Adressen als
Klartext-Domain-Namen): Eindeutigkeit innerhalb des Netzes.
Die Adressvergabe auf internationaler Ebene erfolgt
durch die
Organisation INTERNIC, für die Top-Level-Domain
„de“
(Deutschland) ist die Organisation DENIC zuständig.
8.3. Adressklassen / öffentliche und private IP –
Adressen
Internetadressen werden durch die genannten
Organisationen nicht
einzeln, sondern in Blöcken vergeben, es werden jeweils ganze
Netzwerke oder jedenfalls Teile davon vergeben.
Der Adressvorrat aus vier Byte ergibt sich rein
rechnerisch aus
der Zahl 2564 = ca. 4,3 Milliarden Adressen. Bei
derzeit
ca. 600 000 000 Internetteilnehmern sollte es eigentlich kein
Adressproblem geben, durch die Vergabe von Adressblöcken und
den
Zwang der Eindeutigkeit der Adressen innerhalb eines Netzes kann es
sehr schnell zu Engpässen bzw. Mehrdeutigkeiten kommen.
Deshalb
sind die IP – Adressen in mehrere Klassen sowie einen
öffentlichen und einen privaten Bereich aufgeteilt.
IP-Adressklassen
|
Class
|
Netzwerk-ID
|
Subnet-Mask
|
Anzahl Netzwerke
|
Anzahl
Netzwerkknoten
|
|
A
|
0 bis 126
|
255.0.0.0
|
126
|
16.777.216 (224)
|
|
B
|
128.0 bis 191.255
|
255.255.0.0
|
16.384
|
65.536 (216)
|
|
C
|
192.0.0 bis 223.255.255
|
255.255.255.0
|
2.097.152
|
256 (28)
|
Erläuterung zur Subnet-Mask: Eine Null in der
Subnet-Mask
gibt an, dass dieser Teil der Adresse frei vergeben werden kann.
Aus dem oben genannten Bereich der Adressen hat man
Teile
ausgewählt, die im Internet nicht geroutet werden, d. h.,
Informationsanforderungen an diese Adressen werden nicht
weitergeleitet. Dadurch ist es bei Einhaltung der Eindeutigkeit von
Adressen möglich, diese Adressen mehrfach in privaten (d. h.
nicht direkt mit dem Internet verbundenen Netzen) Netzwerken zu
vergeben.
Private IP-Netze:
10.0.0.0 bis 10.255.255.255 = 1 x
Class A mit
ca. 16 Millionen Hosts
172.16.0.0 bis 172.31.255.255 = 16 x Class B mit je ca.
65.000 Hosts
192.168.0.0 bis 192.168.255.255 = 256 x Class C mit je
maximal
256 Hosts
Begriffserklärung: die Bezeichnung
„Hosts“ oder
„Netzwerkknoten“ hat sich allgemein für
Rechner im
Netzwerk (z. B. Internet) eingebürgert.

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