3.
Kleine und große Netzwerke
Computernetzwerke finden wir heute in den
vielfältigsten
Ausdehnungen, von zwei nebeneinander stehenden PCs, die mit einem
kurzen Kabel verbunden sind bis zu weltumspannenden Netzen mit
mehreren tausend „Netzwerkknoten“. Der Begriff
Netzwerkknoten – engl. „node“ - steht
für
einen wie auch immer gearteten Rechner in einem Netzwerk.
Um die einzelnen Netzwerke mit zum Teil sehr
unterschiedlichen
Technologien unterscheiden zu können, hat man je nach
Größe
und Anzahl der Netzwerkknoten unterschiedliche Begriffe
eingeführt.
3.1. LAN
Abkürzung für Local Area Network.
Definition der International Standards
Organisation
(ISO): Ein
lokales Netzwerk dient der bitseriellen
Informationsübertragung
zwischen miteinander verbundenen unabhängigen
Geräten. Es
befindet sich vollständig im rechtlichen Entscheidungsbereich
des Benutzers und ist auf sein Gelände begrenzt.
3.2. MAN
Abkürzung für Metropolitan Area Network
Netzwerk, das aus mehreren LAN´s besteht und
das sich über
eine Region (z.B. eine komplette Großstadt) erstreckt. Die
Bezeichnung ist inzwischen unüblich geworden, meistens wird
ein
MAN als WAN bezeichnet In Deutschland wurde ein entsprechendes Netz
unter dem Namen Datex-M von der Deutschen Telekom im Jahre 1992 in
Betrieb genommen, das die so genannte SMDS-Technik benutzte.
Inzwischen existieren in fast allen deutschen
Großstädten
Netzwerke, die in verschiedensten Netztopologien die Stadtteile
miteinander verbinden, die eine hohe Bürodichte aufweisen.
3.3. WAN
Abkürzung für Wide Area Network
Netzwerk für weite Bereiche. Ein Netzwerk, das
geographisch
weit entfernte Stationen - etwa: aus verschiedenen Ländern -
verbindet. Ein WAN besteht häufig aus mehreren
örtlichen
Netzen (LAN), die über Fernleitungen (meist: Telefonnetz
verbunden sind. WANs sind für solche Firmen und Organisationen
interessant, die an mehreren Orten Niederlassungen haben.
3.4. GAN
Abkürzung für Global Area Network
Ein globales (weltumspannendes) Netzwerk. Das GAN
entspricht im
Prinzip dem WAN. Oft wird bei GAN Satellitenübertragung
eingesetzt.
3.5.
Netzwerk-Topologie
Unter einer Netzwerk-Topologie versteht man die
Anordnung von
Netzwerk-Stationen und Kabeln. Sie bestimmen die einzusetzende
Hardware, sowie die Zugriffsmethoden. Dieses wiederum hat Einfluss
auf das Medium (z. B. das Kabel), auf die
Übertragungsgeschwindigkeit
und den Durchsatz der Daten. Die im folgenden beschriebenen
Topologien beziehen sich auf paketvermittelnde Netzwerke.
3.5.1.
Bus-Topologie

Bei
der Bus-Topologie sind mehrere Stationen hintereinander in Reihe
angeordnet. Die Stationen sind über eine gemeinsame Leitung
miteinander verbunden. Das Verbindungskabel verläuft als
einfacher, linienförmiger 'Bus'. Innerhalb der
größtmöglichen
Kabellänge und der maximalen Zahl derAnschlüsse kann
man an
vorgegebenen Stellen des Kabels zusätzliche Arbeitsstationen
anschließen.
Jede Station ist über einen eigenen Knoten mit
dem Bus
verbunden und kommuniziert in beide Richtungen. Um Störungen
auf
der Leitung zu vermindern und die Übertragungseigenschaften zu
verbessern, werden die beiden Kabelenden mit einem
Abschlusswiderstand versehen. Sobald das Kabel unterbrochen wird,
fällt das gesamte Netz aus. Eine zentrale Netzwerkkomponente,
die die Abläufe auf dem Bus regelt, gibt es nicht. Die
Intelligenz sitzt in den Stationen. Alle Stationen, die an dem Bus
angeschlossen sind, haben Zugriff auf das Übertragungsmedium
bzw. auf die Daten, die darüber übertragen werden.
Durch
spezielle Regeln (Zugriffsverfahren) wird der Datenzugriff der
einzelnen Stationen organisiert.
3.5.2.
Ring-Topologie

Die
Ring-Topologie ist eine geschlossene Kabelstrecke in der die
Netzwerk-Stationen im Kreis angeordnet sind. Das bedeutet, dass an
jeder Station ein Kabel ankommt und ein Kabel abgeht.
Im Ring befindet sich keinerlei aktive
Netzwerk-Komponente. Die
Steuerung und den Zugriff auf das Übertragungsmedium regelt
ein
Zugriffsverfahren. Der Informationsaustausch erfolgt nur in einer
Richtung, so dass die Knoten lediglich Adressen erkennen und
auswerten müssen. Wird die Kabelverbindung an einer Stelle
unterbrochen, fällt das Netzwerk im Normalfall aus.
3.5.3.
Stern-Topologie

Bei
der Stern-Topologie befindet sich eine zentrale Station (meist ein
Hub oder Switch), in der Mitte des Netzwerkes. Jede Station ist
über
eine eigene physikalische Leitung an die zentrale Station angebunden.
Der Hub oder Switch übernimmt die Verteilfunktion für
die
Datenpakete. Die einzelnen Stationen müssen sich über
ein
Protokoll miteinander verständigen. Der Hub oder Switch ist in
der Lage, alle Stationen miteinander zu verbinden. Dazu werden die
Datenpakete auf elektronischem Weg entgegen genommen und an das Ziel
weitergeleitet.
Die Datenbelastung der zentralen Station ist sehr
hoch,
da alle
Netzverbindungen darüber laufen. Das Netzwerk funktioniert so
lange, bis die Zentralstation ausfällt. Das zentrale Netzwerk
ist leicht erweiterbar, und einfach zu pflegen.
3.5.4.
Baum-Topologie

Die
Baum-Topologie ist eine erweiterte Stern-Topologie und wird
für
größere Netze verwendet. Meist bildet ein
übergeordnetes
Netzwerk-Element, entweder ein Koppel-Element oder eine andere
Topologie, die Wurzel. Von dort bildet sich ein Stamm mit vielen
Verästelungen und Verzweigungen.

Ein
Netzwerk mit Stern-Bus-Struktur ist ein Kombination aus Stern- und
Bus-Topologie.
Über eine Sternstruktur sind die Stationen mit
einem Hub
verbunden. Mehrere Hubs sind über eine Busleitung miteinander
verbunden.

Ein
Netzwerk mit Stern-Ring-Struktur ist eine Kombination aus
Ring-Topologie mit Ringleitungsverteiler und Stern-Topologie. Die
einzelnen Stationen sind über einen Ringleitungsverteiler
miteinander verbunden. Die Ringleitungsverteiler wiederum sind
sternförmig an einem Haupthub angeschlossen.
3.5.5.
Vermaschte
Topologie
Die vermaschte Topologie kommt dann zum Einsatz,
wenn
zum Beispiel
aus Redundanzgründen von einem Knoten eines Netzwerks mehr als
zwei Gegenstationen direkt erreichbar sein sollen. Heutige Netzwerke,
die ein größeres geographisches Gebiet
erschließen,
sind in der Regel in dieser Art aufgebaut. Wichtige Areale sind
meistens auf zwei oder mehr Wegen erreichbar. Es ist dann die Aufgabe
von intelligenten Verbindungsknoten, den optimalen, aber auch offenen
Pfad für die Daten zu wählen.
Bei Ausfall einer Verbindung gibt es im Regelfall
einige
alternative Strecken, um den Datenverkehr fortzuführen.
Die Struktur des dezentralen Netzwerkes entspricht
einem
Chaos an
verschiedensten Systemen und Übertragungsstrecken. Das
Internet
stellt ein solches vermaschtes Netz dar.
3.6.
Vor- und Nachteile der Grundtopologien
|
Topologie/Struktur
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Vorteile
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Nachteile
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Busstruktur
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einfach installierbar
-
einfach erweiterbar
-
kurze Leitungen
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Sternstruktur
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einfache Vernetzung
-
einfache Erweiterung
-
hohe Ausfallsicherheit
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Ringstruktur
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-
verteilte Steuerung
-
große Netzausdehnung
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Dezentrale
Struktur
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