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Heiderich Internet & PC Service - Grundlagen Netzwerktechnik

Netzwerk-Architekturen

2. Netzwerk-Architekturen

2.1. Peer-to-Peer-Architektur (P2P) 

In einem Peer-to-Peer-Netzwerk ist jeder angeschlossene Computer zu den anderen gleichberechtigt und gleichzeitig ein Server und ein Client (Peer -engl.- Gleichgestellter, Ebenbürtiger).

Jeder Computer stellt den anderen Computern seine Ressourcen zu Verfügung.

Einen Netzwerkverwalter gibt es nicht, deshalb muss jeder Netzwerkteilnehmer selber bestimmen, welche Ressourcen er freigeben will. Auf einen zentralen Server, dessen Kosten und die aufwendige Administration, wird verzichtet.

Größe

Ein (Windows-) Peer-to-Peer-Netzwerk eignet sich für bis zu ca. 10 Computer. Bei weiteren Teilnehmern wird es schnell unübersichtlich.

Datensicherung

Die Datensicherung muss von jedem Nutzer selber vorgenommen werden.

Administration

Jeder Nutzer ist für seinen Computer selber verantwortlich.

Vorteile

Diese Art von Netzwerk ist relativ schnell und kostengünstig aufgebaut. Die Teilnehmer sollten räumlich möglichst dicht beieinander sein.

Nachteile

Eine konsistente Versionsverwaltung für Dokumente ist nur mit viel Aufwand realisierbar. Eine zentrale Datensicherung ist nicht vorhanden.

2.2. Client-Server-Architektur 

Diese Architektur unterscheidet zwischen der Anwender- bzw. Benutzerseite und der Anbieter- bzw. Dienstleisterseite. Der Anwender betreibt auf seinem Computer Anwendungsprogramme (Client), die auf die Ressourcen des Servers auf der Anbieterseite zugreifen. Hier werden die Ressourcen zentral verwaltet, aufgeteilt und zu Verfügung gestellt.

Diese Architektur ist die Basis für viele Internet-Protokolle, wie HTTP für das World Wide Web oder SMTP/POP3 für E-Mail. Der Client stellt eine Anfrage. Der Server wertet die Anfrage aus und liefert eine Antwort oder die Daten zurück.

In einem serverbasierten Netzwerk werden die Daten auf einem zentralen Computer gespeichert und verwaltet. Man spricht dann von einem dedizierten Server, wenn auf dem Server keine Anwendungsprogramme ausgeführt werden, sondern nur eine Server-Software und Dienste laufen.

2.2.1. Datensicherheit 

Bei einem Server hat man die Möglichkeit, Sicherheitsstrategien für die Datensicherheit und Zugriffsmöglichkeiten zu entwickeln. Beispiele für Sicherheitsstrategien sind doppelte Datenhaltung, zentrale Datensicherung und Zugriffssteuerung. Die Steuerung kann durch eine oder nur wenige Personen übernommen werden.

2.2.2. Groupware 

Groupware soll die Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen fördern, die Arbeitsabläufe vereinfachen und automatisieren. Wenn in einem Netzwerk die enge Zusammenarbeit zwischen Netzwerkteilnehmern möglich sein soll, dann kommt eine Groupware-Software (z. B. Lotus Notes) zum Einsatz.

Sie bietet folgende Möglichkeiten:

  • E-Mail

  • Dokumentbearbeitung im Team

  • Zugriffsmöglichkeiten auf Datenbanken

  • Terminkalender

2.3. Mainframe-Architektur

In den Anfangszeiten der Computer waren diese sehr teuer und auch sehr groß. Es war nicht möglich jedem Mitarbeiter einen Computer auf bzw. unter den Tisch zu stellen. Stattdessen beschränkte man sich auf einen sehr teuren aber leistungsfähigen Großrechner, den sogenannten Mainframe. Dort waren meist speziell entwickelte Applikationen installiert. Über mehrere serielle Leitungen waren an den Mainframe mehrere Terminals, bestehend aus Bildschirm und Tastatur angeschlossen. Mit diesen Terminals wurden die Mainframes bedient. Das Terminal dient als Eingabe-Ausgabe-Schnittstelle zwischen Benutzer und dem Mainframe. Bei dieser Architektur bilden Terminal und Mainframe eine Einheit. Benutzereingaben werden vom Mainframe verarbeitet und vom Terminal dargestellt.

Moderne Formen des Terminals sind mit Arbeitsspeicher, Prozessor und Schnittstellen ausgestattet. Hier laufen ein Großteil der Anwendungen im Terminal. Diese müssen mangels lokalem Massenspeicher vom Mainframe in den Arbeitsspeicher geladen werden. Statt dem klassischen Mainframe dient ein Terminalserver für die Auslieferung der Programme.

Vorteile:

Zentrale Steuerung, Datenhaltung, Anwendungen und kostengünstige Erweiterung von zusätzlichen Terminals.

Nachteile:

Ausfall des Mainframes führt zum Ausfall der Terminals. Der Betrieb stockt dann komplett. Im Überlastungsfall müssen die Terminals warten, bis ihre Daten verarbeitet werden.


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